Strahlender Sonnenschein
und trotzdem 440 schmerzverzerrte Gesichter. Eindrücke, welche
der 19. Red Bull Dolomitenmann extremer denn je vermittelte.
Über 25.000 Fans entlockten den 110 gestarteten Teams
Höchstleistungen und trieben das Red Bull Team mit Bergläufer
Markus Kröll, Paragleiter Wendelin Ortner, Kajak-Profi Harald
Hudetz und Mountainbiker Roland Stauder am Samstag in Lienz zum
Triumph.
Bereits der Berglauf in
den Lienzer Dolomiten – mit über 1700 Höhenmetern auf 12 km –
forderte den Sportlern alles ab. Auf wechselndem Untergrund und
dem steilen Endstück hatte das tschechische Team Fackelmann die
Nase vorn. So erreichte Jiri Magal (CZE) vor Markus Kröll das
Ziel. „ Brutal! Wir sind mit einem Höllentempo gelaufen.",
keuchte der österreichische Weltklassebergläufer Markus Kröll.
Die Siegerzeit von Jiri Magal: 1:23:06 Stunden.
Nur gute drei Minuten
langsamer war der schnellste Deutsche, Berglaufspezialist Helmut
Schließl (Kolland Topsport Asics Pro) auf
Platz Vier.
Im Sekundentakt folgte die
Übergabe an die Paraglider. Nach einem halsbrecherischen Lauf
Richtung Startplatz stieg Pavel Stepan (CZE) als erster in die
Luft, fand aber in Wendelin Ortner (34:07,3 Minuten/Team Red
Bull) seinen Meister. Der 19-fache Red Bull
Dolomitenmann-Teilnehmer durchflog das Tal zur Moosalm scheinbar
im Sturzflug, ließ der Konkurrenz keine Chance. „Der Flug war
technisch am Limit. 20 Kilogramm Ausrüstung machten den zwei
Kilometer langen Lauf zum zweiten Abflug zu einem Höllentrip",
war Paragliding-Sieger Ortner, dessen Team damit die Führung im
Gesamtklassement übernahm, nach der Landung begeistert wie
ausgepowert.
Während die Paragleiter
die Knoten in ihren Schirmen lösten, nahmen die Strapazen im
Lager der Kanuten ihren Lauf. Um zum Kajak zu gelangen, wurde
die Drau durchschwommen. Was folgte, waren Sprünge aus sieben
Meter und eine fünf Kilometer lange Wildwasserregatta gespickt
mit Aufwärtszonen, Eskimorollen und 34 Toren. Der Ritt durch die
Drau sorgte für eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg.
Der Kärntner Harald Hudetz (Team Red Bull) war der Konkurrenz um
eine Armlänge voraus und sicherte sich mit einer Zeit von 28:09
Minuten überlegen den Sieg der Kajak-Klasse. „Ich bin total am
Ende und habe alles gegeben", brachte Hudetz seinen
Gefühlszustand auf den Punkt und gab seinem Radfahrer Roland
Stauder mehr als drei Minuten Vorsprung auf die 14,8 km
Mountainbikestrecke (1400 Höhenmeter) mit.
Tragepassagen und die
Downhill-Strecke mit einem Durchschnittsgefälle von 26,4 Prozent
brachten Red Bull Mountainbiker Roland Stauder nicht aus dem
Konzept. Der Südtiroler ging an seine Grenzen, gab die Führung
im Gesamtklassement nicht mehr aus der Hand und überquerte - von
Krämpfen geschüttelt - als neuer Red Bull Dolomitenmann 2006 die
Ziellinie am Lienzer Hauptplatz. „Diese Strecke ist hart,
wirklich hart. Unglaublich selektiv und nur mit der kleinsten
Konzentrationsschwäche kann man alles, was die Teamkollegen
aufgeholt haben, verlieren", so Roland Stauder, der sich auf der
Radstrecke nur der Zeit des Italieners Hannes Pallhuber
(01:27:40,8/ Team Robotunits) geschlagen geben musste. Mit einer
Gesamtzeit von 03:55:41,6 Stunden hatten Kröll, Ortner, Hudetz
und Stauder im Ziel den Jubel tausender Zuseher sicher. Das Team
Robotunits belegte mit einem Rückstand von 6 Minuten und 26
Sekunden den zweiten Rang, gefolgt von Skoda Auto mit einer
Gesamtzeit von 04:07:27,7 Stunden.
Bestes deutsches Team
wurde das Team Flying KaRaLa mit Jürgen
Deinhart, Dietmar Siglbauer, Volker Seibel und Seppi Daburger,
das sich den 21. Platz bei den Amateurteams sicherte. Damit
waren sie nur gut eine Sekunde schneller als das Zweitbeste Team
aus Deutschland, das Team Chiemsee Kälte (Markus Schober, Pele
Faßbender, Steffen Segelke und Michael Pretl).
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