Um Punkt 10.00 Uhr
startete Werner Grissmann am Hauptplatz von Lienz den 20. Red
Bull Dolomitenmann bei vollem Sonnenschein. Zu diesem Zeitpunkt
ging die Organisation noch von einem stattfindenden
Paragleit-Bewerb aus, der im Anschluss an den Berglauf gestartet
werden sollte. Leider musste bereits kurz nach dem Zieleinlauf
der Bergläufer der Paragleitbewerb abgesagt werden. Zu viel Wind
machte die Durchführung unmöglich. Trotz der Enttäuschung
sprachen viele Athleten dem Veranstalter ein Kompliment für die
gute Entscheidung aus - der Flug wäre einfach viel zu gefährlich
gewesen.
Markus Kröll, der bereits
den Berglaufbewerb des Red Bull Dolomitenmannes gewinnen konnte,
lief heute trotz Bänderanriss noch auf den 6. Rang im Berglauf.
Kröll zog sich am Vortag eine Verletzung zu, die gestern noch
nicht erkannt werden konnte. "Unsere Dolomitenmänner sind
einfach hart im Nehmen, Hut ab vor Markus", so Werner Grissmann
im Ziel. Kröll geht es den Umständen entsprechend gut, das Bein
musste jedoch mit einem Spaltgips versorgt werden. Der Tscheche
Magal Jiri nahm dem ehemaligen Berglauf-Weltmeister Schiessl
beim Run über 12 km und 1700 Höhenmeter
über 30 Sekunden auf der sehr selektiven Strecke ab und gewann
den Berglauf in einer Zeit von 01:26:24,4. Auch auf dem dritten
Rang landete mit Robert Krupicka ein Athlet aus der Tschechei.
Einen starken Lauf auf
Platz 4 zeigte auch der Mexikaner Mejia
Ricardo, der sah beim 20. Red Bull Dolomitenmann in Osttirol das
erste Mal Schnee in seinem Leben. Noch nie zuvor lief Ricardo
auf dem weißen, rutschigen Zeug und doch: er zeigte dem Rest der
Welt, dass er auch auf ungewöhnten Terrain mit der Weltspitze
mithalten kann. Fast unglaublich klingt die Geschichte: direkt
aus Mexico angereist, kaum Zeit sich an die, für die Jahreszeit
selbst in Osttirol viel zu kühlen, Verhältnisse zu gewöhnen und
dennoch auf anhieb vierter im Berglauf. Mejia war im Ziel
überglücklich: "Unglaublich! Ich wusste dass ich ein guter
Läufer bin. Aber hier in Österreich zu gewinnen, dass übertrifft
meine kühnsten Erwartungen. Es war wohl der brutalste Berglauf
meines Lebens".
Ein ungewöhnliches Bild
bot sich den hunderten Zusehern am Sportplatz Leisach, wo fast
120 Kanuten im Bulk gespannt auf ihren Einzelstart warteten und
erstmal einen Klippenstart von der Rampe mit 6 m
freien Fall in die Drau vollführen mussten. Die
mittels Gundersson-Methode gestarteten Kanuten lieferten sich
auf der Drau und auf der Isel ein beinhartes Rennen, denn durch
den ausgefallenen Paragleitbewerb waren die Zeitabstände
zwischen den Teams ungewöhnlich kurz.
Sowohl in der Profi- als
auch in der Amateurwertung gewannen Athleten mit dem Namen
Mruzek. Die beiden Brüder aus der Tschechei konnten ihre
Konkurrenten in beiden Wertungen auf die Plätze verweisen.
Herwig Natmessnig wurde bei den Profis knapp vor seinem Kärntner
Landsmann Harald Hudetz Zweiter.
Die letzte Etappe mit dem
Mountainbike über 1300
Höhenmeter zum Hochsteinkreuz mit anschließender schweißtreibend Abfahrt
sollte dann die Entscheidung an diesem Tag bringen. Alban Lakata vom
Gewinnerteam "Kolland Topsport" schaffte auf der letzten Etappe
des Extremsport-Bewerbs noch, den tschechen Hynek Kristian auf
dem extrem steilen Hochstein zu überholen. Damit sicherte der
Osttiroler Lakata den ersten Sieg des Kolland Topsport Teams.
Am Abend feiern tausende
Zuseher und die Organisation bei der Championsnight die
Athleten, die wieder einmal die Dolomiten bezwungen haben. Als
Highlight wird am Lienzer Hauptplatz ein Open-Air von Hubert von
Goisern das Rahmenprogramm abschließen.