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Hattrick für die Gams
10.09.08 -
by Red Bull Dolomitenmann
Jonathan Wyatt ist auch beim 21. Red Bull Dolomitenmann der
unumstrittene Superstar unter den Bergläufern und lässt auch
heute bei der Rekordkulisse von 28.000 Zuschauern seiner
Konkurrenz keine Chance. Niemals zuvor waren mehr Zuschauer
beim Red Bull Dolomitenmann, niemals zuvor war es zwischen den
Teams im Kampf um die Spitzenplätze am Ende so eng. Die 21.
Auflage des „härtesten Teambewerbs der Welt“ übertraf alle
Erwartungen und hatte nicht nur einen großen Sieger: 28.000
Zuschauer feuerten die „Helden des Dolomitenmann-Alltags“ bei
Kaiserwetter in den Lienzer Dolomiten frenetisch an, das ist
absoluter Rekord in 21 Jahren „Dolomiten-Wahnsinn“.
Veranstalter Werner Grissmann: „So viele Menschen waren noch
nie da, die Zuschauermenge wird immer größer, die Stadt wird
bald zu klein werden.“
Neuseelands-Berglaufwunder Jonathan Wyatt feierte bei der
ersten von vier Disziplinen einen Start-Ziel-Sieg und damit
seinen Red Bull Dolomitenmann-Hattrick: Die Konkurrenz –
Europameister, österreichischer Meister – hatte sich viel
vorgenommen, musste alle Pläne aber auf den Steilstücken des
Berglaufs über Bord werfen, konnte ihn nur noch ziehen lassen.
Jonathan Wyatt nahm über eine der schwierigsten
Berglaufstrecken der Welt, mit über 1.950 Höhenmeter bis zum
Kühbodentörl in 2.441 Meter Seehöhe, dem Zweiten nicht weniger
als 3 Minuten 50 Sekunden ab. Berglauf-Kollege Andi Goldberger,
selbst mit 1:52 persönliche Bestzeit gelaufen, zieht
schmunzelnd den Hut: „Sein einziger Nachteil ist, dass er
immer wissen muss, wo er hinläuft, weil er ja nicht wie ich
den anderen hinterherlaufen kann. Jonathan Wyatt hat
sicherlich ´Gams´ in seinem Pass stehen.“ Mit seinem
Bergsprint legt der Neuseeländer den Grundstein für die
erfolgreiche Titelverteidigung des Kolland Topsport-Teams. Der
Italiener Markus Prantl flog mit dem Paragleiter (heute
aufgrund der Windbedingungen der Start direkt von der Moosalm)
zum Titel ´Red Bull Dolomitenmann 2008´.
Sensationell heute Red Bull-Kanute Harald Hudetz: Der Kärntner
war bereits bei der Übergabe von Paragleiter Wendelin Ortner
in seinem Sprint aus der Landezone kaum zu bremsen, machte
noch auf dem Weg zum 7-Meter-Sprung Zeit gut und paddelte, als
gäb’s kein Morgen, hängte sogar Benoit Peschier,
Kajak-Olympiasieger 2004, um nicht weniger als 3 Minuten und
40 Sekunden ab. Und das trotz erschwerter Bedingungen.
Veranstalter Werner Grissmann: „Aufgrund der Hitze ist extrem
viel Wasser von den Gletschern da, daher waren die Bedingungen
für die Kanuten heute besonders hart.“ Am Ende übergab Harald
Hudetz dank Glanzleistung kurz vor dem Ziel als Zweiter an
Schlussradler Roland Stauder.
Und nie war ein Finale beim Red Bull Dolomitenmann spannender:
Red Bull Athlet Roland Stauder, Peking-Olympionike Christoph
Soukup und Disziplinen-Sieger Hannes Pallhuber lieferten sich
auf den elends langen 17,4 Kilometer - und das nur uphill –
bei freiwilligen und unfreiwilligen Abstiegen über die
ehemalige berühmt berüchtigte FIS-Herren-Abfahrtsstrecke mit
einem Durchschnittsgefälle von 26,4 Prozent ein
Rad-an-Rad-Duell inklusive riskanter, heikler und vor allem
sehenswerter Überholmanöver. Red Bull Dolomitenmann am Bike am
Ende: Hannes Pallhuber (ITA).
Benoit Peschier, Kajak-Olympiasieger 2004, ein Viertel des
Erfolgsteams von Wings for Life war von seiner
Dolomitenmann-Premiere mit Sieben-Meter -Startsprung zum
Warm-Up, Eskimorollen, einer Tragepassage, einer tückischen
Walzendurchquerung und Wildwasser, das mit extremen
Aufwärtszonen und schwierigen Wenden seinem Namen alle Ehre
macht, begeistert: „Das war etwas absolut Neues für mich,
extrem hart. Mir tut alles weh, aber es war super. Ich würde
gerne 2009 wiederkommen.“ Das Wings for Life-Team mit Andi
Goldberger (persönliche Berglauf-Bestzeit mit 1:52),
Paragleiter Gerald Ameseder, Kanute Benoit Peschier und
Snowboard-Gesamtweltcupsieger Benjamin Karl auf dem
Mountainbike war zufrieden. Und selbst Andi Goldberger hält
nichts für unmöglich: „Ich sag’ immer, ich mach’s nie wieder,
aber es ist so eine lässige Veranstaltung, da vergisst man die
Schmerzen schnell.“
Die Wings for Life Stiftung für Rückenmarksforschung ist eine
gemeinnützige Gesellschaft mit dem Ziel, die Forschung und den
medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritt zur künftigen
Heilung von Querschnittslähmung als Folge von
Rückenmarksverletzungen (Spinal Cord Injury Paralysis – SCI)
zu fördern und zu beschleunigen.
Sehenswert waren beim Kaiserwetter nicht nur die
Überholmanöver der Mountainbiker im Kampf um die Podestplätze,
die Übergabe bei den Punktlandungen der völlig erschöpften
Paragleiter oder der Kampf der mitunter besten
Wildwasser-Kanuten der Welt gegen Strömungen, Wasser und den
eigenen Körper. 110 Teams aus ganz Europa kämpften heute mit
vollstem Körpereinsatz in erster Linie mit sich selbst, in
zweiter Linie mit den Kajaks, Bikes, Lüften und den eigenen
Beinen um den Titel „Red Bull Dolomitenmann 2008“. Adrenalin,
Abschürfungen, Stürze und körperliche Schmerzen gab’s frei
Haus dazu. Bewegen wird sich morgen früh kaum einer der
Teilnehmer können, bis zur Anmeldefrist 2009 aber werden sie
die Schmerzen vergessen haben und wieder um die begehrten 440
Startplätze kämpfen.
Ergebnisse
Gesamtwertung
|
1. |
Kolland Topsport |
3:39:11 |
|
2. |
Red Bull |
3:42:15 |
|
3. |
Robotunits |
3:42:39 |
|
4. |
Kolland Topsport ASICS |
3:43:13 |
|
5. |
Radegast |
3:48:20 |
Berglauf Einzelwertung
|
1. |
Joanthan Waytt (NZL) |
1:22:50 |
|
2. |
Robert Krupicka (ITA) |
1:26:41 |
|
3. |
Helmut Schiessl (AUT) |
1:26:56 |
Paragleiten Einzelwertung
|
1. |
Markus Prantl (ITA) |
0:13:28 |
|
2. |
Christian Amon (AUT) |
0:13:53 |
|
3. |
Alexander Höllwarth (AUT) |
0:13:59 |
|
1. |
Harald Hudetz (AUT) |
0:28:29 |
|
2. |
Kamil Mruzek (CZE) |
0:28:55 |
|
3. |
Herwig Natmessnig (AUT) |
0:29:02 |
Mountainbike Einzelwertung
|
1. |
Hannes Pallhuber (ITA) |
1:29:26 |
|
2. |
Mike Felderer (ITA) |
1:29:50 |
|
3. |
Roland Stauder (ITA) |
1:32:04 |
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